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Welpen

Die ersten Monate mit einem Boxerwelpen

Die ersten Wochen entscheiden über vieles, was später selbstverständlich sein soll. Ein Fahrplan ohne Überforderung.

Zuletzt aktualisiert am 03. August 2026 · Redaktion Boxer News

Ein Boxerwelpe zieht als kleines, aber sehr kräftiges Tier ein, das sich schnell entwickelt und mit vier Monaten schon erheblichen Schwung mitbringt. Was in den ersten Wochen aufgebaut wird, trägt später. Was in dieser Zeit versäumt wird, lässt sich nachholen, aber mit deutlich mehr Aufwand.

Die ersten Tage

Planen Sie die ersten Tage ruhig. Kein Besuch, der den Welpen bestaunen will, keine langen Ausflüge, keine Überforderung mit neuen Reizen. Der Hund hat gerade Wurfgeschwister und Mutter verloren, das ist genug für den Anfang.

Legen Sie den Ruheplatz an einem Ort an, der ruhig ist, aber nicht abgelegen. Ein Welpe, der die Familie hören und sehen kann, entspannt besser als einer, der isoliert liegt.

Nachts kann es sinnvoll sein, den Welpen die ersten Wochen im Schlafzimmer schlafen zu lassen, etwa in einer Box oder auf einer Decke neben dem Bett. Das erleichtert die Stubenreinheit und beruhigt den Hund. Umgewöhnen lässt sich später problemlos.

Stubenreinheit

Stubenreinheit ist keine Erziehungsleistung, sondern eine Frage der Blasenkontrolle und damit der Reife. Ihre Aufgabe ist es, dem Welpen die Gelegenheit zu geben, es richtig zu machen.

Gehen Sie mit ihm raus:

  • direkt nach dem Aufwachen,
  • nach jeder Mahlzeit,
  • nach jeder Spielphase,
  • und dazwischen alle ein bis zwei Stunden.

Loben Sie ruhig, wenn er draußen löst. Passiert ein Missgeschick drinnen, entfernen Sie es wortlos. Schimpfen bringt dem Welpen nur bei, sich vor Ihnen zu verstecken, wenn er muss.

Die meisten Welpen sind mit vier bis sechs Monaten weitgehend zuverlässig. Nachts dauert es oft länger.

Sozialisierung ohne Reizüberflutung

Die Prägungsphase, in der der Hund lernt, was zur normalen Welt gehört, endet etwa zwischen der zwölften und sechzehnten Lebenswoche. Diese Zeit ist wertvoll und lässt sich nicht wiederholen.

Nutzen Sie sie gezielt und dosiert: Ein bis zwei neue Eindrücke pro Tag reichen. Ein Bahnhofsbesuch mit Menschenmenge, Lautsprecherdurchsagen und Rolltreppe an einem Tag ist keine Sozialisierung, sondern eine Überforderung.

Achten Sie auf die Reaktion des Hundes. Ein Welpe, der sich zurückzieht, die Rute einklemmt oder erstarrt, lernt gerade nichts Gutes. Gehen Sie in diesem Fall auf Abstand und lassen Sie ihn aus der Ferne beobachten.

Eine gute Welpengruppe ist hilfreich, wenn sie klein ist, nach Größe und Temperament sortiert und wenn Erwachsene eingreifen, bevor ein Welpe untergeht. Ein wilder Haufen ohne Struktur bringt nichts.

Die Grundsätze der Sozialisierung von Welpen gelten rasseübergreifend. Beim Boxer kommt lediglich hinzu, dass die kräftige Statur früh Impulskontrolle verlangt.

Alleinbleiben früh üben

Der Boxer ist eine ausgesprochen menschenbezogene Rasse, wie unter Wesen und Charakter beschrieben. Alleinbleiben fällt vielen Boxern schwer, wenn es nicht früh und kleinschrittig geübt wird.

Beginnen Sie mit Sekunden. Gehen Sie aus dem Raum, kommen Sie zurück, bevor der Hund unruhig wird. Steigern Sie langsam auf Minuten. Machen Sie kein Ereignis daraus, weder beim Gehen noch beim Kommen.

Wichtig ist, unter der Schwelle zu bleiben. Ein Welpe, der eine halbe Stunde jault, lernt nicht, dass Alleinsein harmlos ist, sondern das Gegenteil.

Bewegung: weniger ist mehr

Junge Hunde haben noch offene Wachstumsfugen. Zu lange Spaziergänge, Treppen, Sprünge und Rennen neben dem Fahrrad belasten Gelenke, die noch nicht belastbar sind.

Eine verbreitete Faustregel sind etwa fünf Minuten Spaziergang pro Lebensmonat, ein- bis zweimal täglich. Ein viermonatiger Welpe kommt damit auf rund zwanzig Minuten pro Runde. Das klingt wenig, reicht aber, weil der eigentliche Anspruch woanders liegt: Ein Welpe wird von neuen Eindrücken müde, nicht von Kilometern.

Freies Spiel im Garten oder in der Wohnung regelt der Hund selbst und ist unproblematisch, solange er Pausen einlegen kann. Ein Welpe schläft in dieser Phase 18 bis 20 Stunden am Tag, und dieser Schlaf ist keine Verschwendung, sondern die Voraussetzung dafür, dass Gelerntes hängen bleibt.

Beißhemmung und Zahnwechsel

Welpen benutzen ihre Zähne, das ist normal. Wird es zu grob, beenden Sie das Spiel kommentarlos und wenden sich ab. Der Hund lernt daraus, dass zu festes Zubeißen den Spaß beendet.

Der Zahnwechsel beginnt etwa im vierten Monat und dauert bis zum sechsten oder siebten. In dieser Zeit steigt das Kaubedürfnis deutlich. Bieten Sie geeignete Kauartikel an, sonst sucht sich der Hund Alternativen. Kontrollieren Sie gegen Ende des Zahnwechsels, ob Milchzähne stehen geblieben sind, das kommt vor und gehört tierärztlich beurteilt.

Pflege- und Handlingroutine aufbauen

Nutzen Sie die Welpenzeit, um alles zu üben, was später Routine sein soll: Pfoten anfassen, Fang öffnen, Ohren anschauen, Zähne putzen, auf dem Tisch stehen, sich abtasten lassen.

Bei einem Boxer ist das nicht optional. Die Falten am Kopf brauchen lebenslang regelmäßige Pflege, und das regelmäßige Abtasten ist bei dieser Rasse die wirksamste Früherkennung für Umfangsvermehrungen. Beides steht unter Fellpflege und Hautfalten.

Fütterung im Wachstum

Vier Mahlzeiten täglich bis etwa zum vierten Monat, danach drei. Bleiben Sie zunächst bei dem Futter, das der Züchter gefüttert hat, und stellen Sie später über sieben bis zehn Tage um.

Zu schnelles Wachstum ist bei einer mittelgroßen bis großen Rasse ein Risiko für den Bewegungsapparat. Füttern Sie nach Handtest, nicht nach Gefühl, und verzichten Sie auf zusätzliche Kalziumpräparate. Die Details stehen unter Futtermenge und Ernährung.

Die Pubertät kommt noch

Wenn mit sechs bis acht Monaten alles gut läuft, ist das kein Endzustand. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt in der Pubertät, und beim Boxer zieht sie sich. Was dann hilft, steht unter Erziehung und Auslastung.

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