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Welpen

Welpenkauf und Züchtersuche beim Boxer

Die Entscheidung für den richtigen Züchter ist die wichtigste, die Sie treffen. Sie bestimmt Gesundheit und Wesen für die nächsten zwölf Jahre.

Zuletzt aktualisiert am 03. August 2026 · Redaktion Boxer News

Beim Boxer entscheidet die Herkunft mehr als bei vielen anderen Rassen. Die im Beitrag zu den typischen Erkrankungen beschriebenen Herzerkrankungen sind zu einem erheblichen Teil erblich. Ein Züchter, der seine Zuchttiere konsequent untersuchen lässt, verkauft Ihnen einen messbar anderen Hund als jemand, der zwei Boxer verpaart, weil beide hübsch sind.

Der organisierte Rahmen

Zuständiger Zuchtverband für den Deutschen Boxer ist der Boxer-Klub e. V. mit Sitz in München, gegründet 1895 und Mitglied im VDH und damit in der FCI. Die Geschichte dazu steht unter Herkunft und Geschichte.

Eine Zuchtbuchmitgliedschaft ist kein Gütesiegel für sich, aber sie bedeutet, dass verbindliche Zuchtordnungen gelten: Zuchttauglichkeitsprüfung, vorgeschriebene Gesundheitsuntersuchungen, Wurfabnahme, Papiere. Ohne diesen Rahmen tragen Sie das Risiko allein.

Diese Unterlagen müssen vorliegen

Fragen Sie nach den Befunden beider Elterntiere und lassen Sie sie sich zeigen, nicht nur zusagen:

  • Herzuntersuchung durch eine kardiologisch erfahrene Praxis, mit Auskultation und Doppler-Echokardiografie, wegen der Aortenstenose.
  • Langzeit-EKG (Holter, 24 Stunden) zur Einschätzung der Boxer-Kardiomyopathie. Ein einmaliges Abhören reicht dafür nicht aus.
  • HD-Auswertung anhand einer offiziellen Röntgenaufnahme.
  • Spondylose-Befund, in der Zucht gebräuchlich.
  • DM-Gentest (SOD1) für die degenerative Myelopathie, damit nicht zwei Träger verpaart werden.
  • Zuchttauglichkeitsprüfung mit Wesensbeurteilung.

Zusätzlich sollte der Welpe beim Abgabetermin geimpft, entwurmt, gechipt und tierärztlich untersucht sein und einen EU-Heimtierausweis bekommen. Bei überwiegend weißen Welpen gehört ein BAER-Hörtest dazu, siehe Rassestandard und Merkmale.

Der Besuch

Fahren Sie hin, und zwar mehr als einmal. Ein guter Züchter erwartet das sogar.

Worauf Sie achten:

  • Die Mutterhündin ist anwesend und zeigt sich Ihnen gegenüber freundlich und entspannt. Wird sie nicht gezeigt, brechen Sie den Besuch ab.
  • Die Welpen wachsen im Wohnbereich auf, nicht in einem abgetrennten Verschlag ohne Alltagsgeräusche. Prägung auf Haushalt und Menschen findet in den ersten Wochen statt oder gar nicht.
  • Sauberkeit ohne Sterilität. Es darf nach Hund riechen, aber nicht nach Vernachlässigung.
  • Die Welpen sind neugierig, kommen von sich aus, wirken gut genährt, haben klare Augen und saubere Ohren.
  • Der Züchter stellt Ihnen Fragen. Wer nicht wissen will, wie Sie wohnen, arbeiten und leben, sucht keinen guten Platz, sondern einen Käufer.

Die Abgabe erfolgt frühestens mit acht Wochen, viele Boxerzüchter geben ihre Welpen später ab. In Deutschland ist die Abgabe vor der achten Lebenswoche nicht zulässig.

Warnsignale

Brechen Sie ab, wenn Ihnen eines dieser Zeichen begegnet:

  • Übergabe auf einem Parkplatz, an einer Autobahnraststätte oder an der Haustür ohne Blick in die Wohnung.
  • Mehrere Rassen gleichzeitig im Angebot, oder ständig verfügbare Welpen.
  • Weiße Boxer werden als besonders selten und deshalb teurer angeboten. Weiße Welpen fallen regelmäßig und sind nicht zuchtzugelassen.
  • Papiere kosten angeblich extra, oder es heißt, man brauche sie ja nicht.
  • Gesundheitsbefunde werden nur mündlich zugesichert.
  • Sie sollen sich sofort entscheiden, weil angeblich schon andere Interessenten warten.
  • Der Preis liegt deutlich unter dem, was Untersuchungen, Aufzucht und Impfungen kosten. Ein auffällig günstiger Welpe ist fast immer an anderer Stelle teuer.

Ein Welpe aus verantwortungsvoller Zucht ist kein Schnäppchen, und das ist auch nicht das Ziel. Die Kosten für Zuchtuntersuchungen, hochwertige Aufzucht und tierärztliche Betreuung fallen tatsächlich an, bevor der erste Welpe verkauft ist.

Die Alternative: ein erwachsener Boxer

Es müssen nicht immer acht Wochen sein. Über den Boxer-Klub, über Rassenothilfen und über Tierheime werden regelmäßig erwachsene Boxer vermittelt, deren Wesen bereits einschätzbar ist.

Das hat Vorteile: Sie wissen, wie groß der Hund wird, wie er sich verhält und ob er mit Kindern oder anderen Hunden zurechtkommt. Die im Beitrag zu Wesen und Charakter beschriebene lange Jugendphase haben Sie je nach Alter bereits hinter sich.

Fragen Sie bei der abgebenden Stelle nach der Vorgeschichte, nach bekannten Erkrankungen und nach dem Grund der Abgabe, und planen Sie eine ruhige Eingewöhnung ein.

Was Sie vorbereiten sollten

Bevor der Welpe einzieht, sollten stehen: ein Ruheplatz an einem ruhigen, aber nicht abgelegenen Ort, Näpfe, das Futter, das der Züchter bisher gefüttert hat, ein flaches Halsband oder Geschirr, eine Leine und ein Schleppleinentraining im Hinterkopf.

Fragen Sie den Züchter nach der bisherigen Fütterung und stellen Sie nicht sofort um, ein Futterwechsel gehört gestreckt über mehrere Tage. Die Details stehen unter Futtermenge und Ernährung. Wie die ersten Wochen ablaufen, beschreibt der Beitrag zu den ersten Monaten mit dem Welpen.

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