Wer sich für einen Boxer entscheidet, entscheidet sich gegen stundenlanges Bürsten. Das kurze, eng anliegende Haar ohne nennenswerte Unterwolle macht kaum Arbeit. Das heißt aber nicht, dass ein Boxer gar keine Körperpflege braucht. Zwei Stellen brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, und eine davon wird oft vergessen.
Fell: einmal pro Woche reicht
Ein Gummistriegel oder ein Noppenhandschuh, einmal wöchentlich über den Hund geführt, entfernt loses Haar und regt die Durchblutung an. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst darf es zweimal pro Woche sein.
Boxer haaren trotz kurzem Fell spürbar. Die kurzen, harten Härchen setzen sich in Textilien fest und lassen sich schlechter entfernen als lange Haare. Wer das nicht möchte, sollte die Rasse ehrlich noch einmal überdenken.
Gebadet wird nur, wenn es nötig ist, also bei echtem Schmutz. Häufiges Baden mit Shampoo greift den Säureschutzmantel der Haut an. In den meisten Fällen genügt klares Wasser und ein Handtuch.
Die Hautfalten am Kopf
Das ist der Punkt, an dem sich sorgfältige von nachlässiger Pflege unterscheidet. In den Falten über der Nasenwurzel und an den Lefzen sammeln sich Feuchtigkeit, Futterreste und Hautschuppen. Warm, feucht und dunkel ist genau die Umgebung, in der Bakterien und Hefepilze gedeihen.
Eine Hautfaltendermatitis kündigt sich an durch:
- einen unangenehmen, säuerlichen Geruch am Kopf,
- gerötete oder nässende Haut in der Falte,
- häufiges Reiben des Gesichts an Möbeln oder am Boden.
Vorbeugen ist einfach. Wischen Sie die Falten mehrmals pro Woche mit einem weichen, feuchten Tuch aus und trocknen Sie sie anschließend gründlich nach. Das Trocknen ist der wichtigere Teil. Verzichten Sie auf parfümierte Feuchttücher, klares lauwarmes Wasser genügt in aller Regel.
Bei Boxern, die stark sabbern, lohnt sich der Blick auf die Lefzenfalten nach jeder Mahlzeit. Ist die Haut bereits entzündet, gehört das in tierärztliche Behandlung, hier helfen Hausmittel nicht weiter.
Zähne: das unterschätzte Thema
Der Vorbiss des Boxers, im Rassestandard beschrieben, bedeutet, dass die Zähne anders aufeinandertreffen als bei anderen Rassen. Der natürliche Abrieb beim Kauen fällt geringer aus, und in einem breiten, kurzen Kiefer stehen die Zähne oft enger. Beides begünstigt Zahnstein.
Zahnstein ist kein kosmetisches Problem. Er führt zu Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und einer dauerhaften bakteriellen Belastung, die auch anderen Organen zusetzt.
Was hilft:
- Zähneputzen mit einer Fingerbürste und Hundezahnpasta, idealerweise mehrmals pro Woche. Menschenzahnpasta ist wegen des Fluoridgehalts nicht geeignet.
- Kauartikel aus Naturprodukten, die tatsächlich Kauarbeit erfordern.
- Jährliche Kontrolle der Zähne bei der tierärztlichen Untersuchung.
Ein Welpe, der von klein auf an das Anfassen des Fangs gewöhnt wird, lässt sich später problemlos die Zähne putzen. Diese Gewöhnung gehört in die ersten Monate, siehe Erziehung und Auslastung.
Ohren
Seit dem Kupierverbot trägt der Boxer Schlappohren. Die liegen am Kopf an und werden dadurch schlechter belüftet als Stehohren. Kontrollieren Sie die Ohren einmal pro Woche mit einem Blick unter die Ohrmuschel.
Gesunde Ohren sind blassrosa, geruchsneutral und weitgehend sauber. Dunkles, krümeliges Sekret, ein süßlicher Geruch oder häufiges Kopfschütteln deuten auf eine Entzündung hin. Reinigen Sie nur den sichtbaren Bereich der Ohrmuschel und führen Sie niemals Wattestäbchen in den Gehörgang ein.
Krallen und Pfoten
Hunde, die regelmäßig auf Asphalt laufen, wetzen ihre Krallen meist von selbst ab. Prüfen Sie trotzdem monatlich: Wenn Sie im Stand ein Klackern auf Fliesen hören oder die Kralle den Boden berührt, ist sie zu lang.
Beim Kürzen ist Vorsicht geboten, weil in der Kralle Blutgefäße und Nerven verlaufen. Bei dunklen Krallen ist die Grenze nicht sichtbar. Lassen Sie sich das Kürzen einmal in der Tierarztpraxis zeigen, danach geht es zu Hause.
Im Winter setzt Streusalz den Pfotenballen zu. Nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abspülen und trocknen.
Augen
Die etwas hervorstehenden Augen des Boxers sind anfälliger für Zugluft, Fremdkörper und Verletzungen als tiefliegende. Leichter, klarer Augenausfluss am Morgen ist normal. Eitriger Ausfluss, Rötung, Blinzeln oder Reiben mit der Pfote gehören zeitnah abgeklärt, Hornhautverletzungen können sich schnell verschlechtern.
Was regelmäßiges Anfassen nebenbei leistet
Die wöchentliche Pflegerunde hat einen zweiten Zweck, der wichtiger ist als der erste. Wer seinen Hund regelmäßig überall anfasst, bemerkt Veränderungen früh, also neue Knubbel unter der Haut, warme Stellen, schmerzhafte Reaktionen.
Bei einer Rasse mit der Tumorneigung des Boxers ist das kein nettes Extra, sondern die wirksamste Früherkennung, die Sie zu Hause haben. Die Hintergründe stehen unter typische Erkrankungen.